Allgemeine Gedanken zum „Fantasy-Projekt“ von Christall

Gerade habe ich die Einladungen für das „Fantasy-Projekt Nr. 5“ verschickt, dazu gehörte auch eine kleine „Anfütterungs-CD“ mit einem Medley aller Musiker, welche „Fantasy Nr. 4 – Schöpfung“ vertont haben.

Da mich (wie schon erwähnt) „Kapitän“ Stoni auf seiner Website ohne Ende labern lässt, möchte ich ein paar Gedanken zur Entwicklung der „Fantasy-Treffen“ aufschreiben.

9 Musiker bzw. Musikgruppen haben sich in diesem Jahr beteiligt, wow! Jedes Mal, wenn ich mir die Werke anhöre, überkommt mich ein großartiges Gefühl. Es ist nicht mit Worten zu beschreiben. Ich bin voller Bewunderung für all diese einzigartigen Musiker, welche die „Fantasy-Idee“ zum Leben erweckten. Die unterschiedlichsten Genres (Klassik, Folk, Rock, Pop, Blues, Psychodelische Musik…) sind zu hören, die unterschiedlichsten Interpretationen, die unterschiedlichsten Instrumente. Ich bin wirklich überwältigt und möchte euch allen hier an dieser Stelle herzlich danken!!!

Fantasy Nr. 1:

Alles begann mit einer mittelschweren Depression – ich fühlte mich in Bad Homburg unwohl, war überarbeitet und ziemlich enttäuscht und traf (außer Jimmy) keinen einzigen Menschen, der Lust hatte, mal wieder mit mir zu musizieren (danke, Jimmy, für die Rettung in dieser schweren Zeit).

Als ich im Mai 06 während eines Besuches in meiner Heimatstadt Halle bei meiner Freundin Rike „herumsaß“, hörte ich die Vertonung des Morgenstern-Gedichtes „Sophie, mein Henkersmädel“ von Achim Reichel. Dies war die dritte Vertonung, welche ich von diesem Gedicht gehört hatte und so kam ich auf die Projekt-Idee. Ich wollte einen Text vorgeben (ursprünglich von Goethe oder Hesse, später wollte ich meinen Lieblingsdichter Gregor Fuegen nehmen, doch dessen Gedichte sind wirklich schwer vertonbar). Letztendlich wurde meine Freundin Prof. Christiane unsere „Haus- und Hofdichterin“. Sie schickte mir per Mail einige englische Gedichte (5 oder 7, ich weiß es nicht mehr so genau) und um gerecht zu sein, rief ich meine Freundin Carry an und las ihr nur die Überschriften der Gedichte vor. „Wir nehmen ‚Fantasy’“, sagte sie und gab damit dem gesamten Projekt einen Namen. Jimmy (Pop), Carry (Folk), Lars (darkwave) und ich (Klassik) machten mit. Irgendwie fehlte noch ein Rocker. Den fand ich im Internet. Es war Stoni und als er mir (ohne mich jemals getroffen zu haben) seine Version übers Netz schickte, fiel ich im wahrsten Sinne des Wortes vom Stuhl (…seitdem bin ich ihm übrigens verfallen …:-).

Lars masterte damals alles und bastelte ein wunderschönes Booklet aus Regenbogenfarben und ich bereitete monatelang die erste, fulminante Fantasy-Fete vor mit Festmahl, Musikinstrumenten eines jeden Musikers aus Schokolade, farbigen Musiker-Menü-Platzdeckchen und weiteren schönen Dingen vor.

Fantasy Nr. 2 – Schattenträume:

Wir baten Prof. Christiane, uns ein deutsches Gedicht zu schreiben. Sie gab mir wieder einige und wir wählten „Schattenträume“. Da mein Leben sich in der Zwischenzeit wunderbar verändert hatte und ich nun in Hamburg wohnte, „okkupierte“ ich gleich Stonis wunderbaren Freundeskreis (wir Ossis sind halt einnehmende Wesen) und fand zwei neue, großartige Musiker: Wolfgang (Holz) und Hannes (Holyhannes). Als „Überdrusspoeten“ lieferten sie ein tolles Stück ab und Holyhannes gab noch ein eigenes Kunstwerk dazu. Leider stieg Carry aus (sie gab mir aber das Versprechen, spätestens bei „Fantasy Nr. 20“ wieder dabei zu sein).

So waren es diesmal bereits 6 Werke, welche entstanden.

Allerdings waren sich alle Musiker einig, dass es wirklich sehr schwierig ist, Prof. Christianes Gedichte zu vertonen, da sie sich nicht reimten und kein Versmaß besaßen. Wir überlegten nach einer Lösung dieses Problems. Stoni hatte die zündende Idee: Alle Musiker schreiben gemeinsam an einem Gedicht. Wir ertüftelten Regeln und probierten es zwischen Weihnachten und Neujahr in meiner Hamburger Wohnung aus. Obwohl das Grundprinzip an „Onkel Paul sitzt in der Badewanne und schwitzt“ angelehnt war, kamen wirklich tolle Gedichte raus – wie aus einer Hand.

Fantasy Nr. 3 – Jean Lucs Poem:

Nicht alle „Dichter“ schafften es am Ende wirklich, „Jean Lucs Poem“ zu vertonen, aber alle versuchten es wenigstens. Beim Dichten dabei waren Stoni, Stefan, Wolfgang, Lars, Jimmy, Hannes und ich. Die Fete übrigens war (obwohl Stoni und ich total krank waren) ein großer Erfolg und legte den Grundstein für die darauf folgenden Projekte – von nun an sollte das Dichten einmal im Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr (als fester Termin) mit Speis und Trank bei mir stattfinden. Die vertonten Werke sollten ein halbes Jahr später, Anfang Juli bei Stoni (welcher seit Fantasy Nr. 2 Mastern und mit mir gemeinsam die Zusammenstellung und Gestaltung der CDs übernahm) abgegeben werden. Beim darauf folgenden Treffen sollten dann die CDs verteilt und vorgestellt werden, bevor das Dichten begann.

Wieder hatten wir einen hervorragenden Musiker dazu gewonnen: Dirk, Schlagzeuger, Sänger und Multitalent in -zig Bands, u. a. bei „Retro“ und der „Kellerband“. Nun konnten wir bereits 7 Werke bewundern.

Fantasy Nr. 4 – Schöpfung:

Beim „Schöpfung-Dichten“ bekam Jimmy nicht frei vom Arbeitgeber. Schade, aber er bleibt uns beim Vertonen treu und gehört zum „Urgestein“. Wolfgang erholte sich im Familienurlaub – auch er ist uns zum Glück beim Vertonen treu.

Es meldeten sich wieder neue Musiker und Dichter, so waren diesmal Lars, Stoni, Hannes, Pilar, Bernd, Marie, Thomas und ich die anwesenden Dichter.

Das tollste waren die Stücke, die ich als „Veranstalterin“ und Stoni als „Master“ natürlich schon „vor“hören durften und vor allem, die Anzahl! Stoni konnte seinen Bassisten Heinz zu einem Hit bewegen (Dirk musste mir übrigens unter Zeugen versprechen, Fantasy Nr. 5 wieder mit zu vertonen). Wolfgang und Hannes erhöhten ihre Stückanzahl auf drei (Überdrusspoeten, Holz, Holyhannes), herrlich! Stoni und ich gründeten in der Zwischenzeit die irisch angehauchte Band „an bóthar“ und so kamen wir auch auf drei Stücke (Stoni, an bothar, Christall). Lars und Jimmy waren natürlich als feste Bestandteile der Projekte mit dabei.

Fantasy Nr. 5 – Erinnerungen eines Seemanns:

Für das diesjährige Treffen haben sich schon wieder neue, großartige Leute angesagt, u. a. der „Tagträumer“, Malte, meine Schauspielfreundin Teresa und Sandra, alle drei sind wunderbare SängerInnen. Meine liebsten Freunde Stoni, Lars, Hannes, Wolfgang und Bernd sind dabei. Jimmy hat schon wieder keinen Urlaub bekommen und einige sind noch am Überlegen. Wenn alle, die es versprochen haben, diesmal vertonen, knacken wir locker die magische Grenze von 10! Ich freue mich drauf…

Es ist tatsächlich 11 Jahre her und ich schreibe diesen Text weiter. Viele Menschen kamen zum gemeinsamen Dichten zusammen und es entstand eine wunderbare Scheibe. Doch irgendwie war die Luft raus. Zu sehr ähnelten sich die „Onkel-Paul-sitzt-in-der-Badewanne-und-singt“-Gedichte und unsere anfängliche Begeisterung wich einer Gewöhnung. Deshalb beschlossen wir, beim nächsten Treffen und Anhören der Seemann-CD eine neue Strategie…

Fantasy Nr. 6 – Götterhymne:

Wir trafen uns zwischen Weihnachten und Neujahr 2010 in meiner Hamburger Wohnung und ich kann mich noch daran erinnern, dass der wunderbare Musiker Günter zu uns stieß, auch Diana, Hannes Freundin, war erstmalig dabei. Ansonsten die üblichen Verdächtigen. Dieses Mal sollte jeder Teilnehmer 2 eigene Gedichte in genormter, vorgegebener Schriftart und -größe anonym abgeben. Dann wurde gelost und rundherum vorgelesen. In verschiedenen Wahlgängen wurde dann das Siegergedicht gekürt, es war ganz knapp vor Stonis Gedicht meine Götterhymne.

Aber plötzlich endete es. Es gaben nur meine großartige Freundin und bombastische Musikerin Caro aus Leipzig und Franz und Inga, ein befreundetes Ehepaar aus Hamburg ab.

10 Jahre sollten vergehen. Und nun ist es soweit, es geht weiter. An dieser Stelle setze ich wieder drei Punkte…

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